"Der Pilot", Nr. 2
Der Burg-König feierte im beschaulichen Spiegelberg-Jux seinen 60. Geburtstag. Eingeladen war auch DER PILOT.
Der Pilot zu Gast beim 60. Geburtstag von Christian Anders
Schon lange Zeit vor der Geburtstagsparty, die Christian Anders zu seinem 60. in Spiegelberg/Jux schmiss, hatte der Chefredakteur des PILOT, Frieder Reusch, eine persönliche Einladung zum eben genannten Event erhalten. Und gern angenommen. Lasst euch mitnehmen in eine kultige Nacht: Schon als der „Christian Anders-Truck“, ein Suzuki, extra für diesen Abend in mühevoller Handarbeit umgestaltet, in Spiegelberg/Jux ankam, war klar, dass in diesem Mini-Ort an diesem Abend Ausnahmezustand herrschte. Anders hatte am Nachmittag schon in einem Frisiersalon des Ortes eine Autogrammstunde gegeben. Im Café Schönblick wurde dann die Pressekonferenz abgehalten, in der Anders einiges zu erzählen hatte: Wie er Sänger wurde, wie es früher in Clubs und Discos Schlägereien gegeben hatte und warum er so oft mittendrin war, wie er einmal aus Frustration mit dem Auto gegen einen Baum fuhr und überlebte, wie Dieter Bohlen ihm einst etwas vorsang und er Bohlen wegschickte, weil es so grässlich war usw.
Einmal liefen draußen Fans vorbei, klopften hysterisch gegen die Scheibe und wurden durch das Zurückwinken von Christian Anders verzückt. Bereits ein Vorgeschmack auf das, was danach in der Juxer Halle bei der Geburtstagsshow „abgehen“ sollte.
Die PILOT-Gäste wurden natürlich in viele Gespräche verwickelt, da sie unter den anderen Journalisten auffielen, so lernten sie manchen netten Kollegen kennen, einer davon, Michael Riediger von der Waiblinger Kreiszeitung, schrieb in seinem Artikel vom darauffolgendem Montag:
„(...) Dieser Mann ist Anders...
Geehrt fühlte sich der Anders-Anhang ob eines Artikels in der Schülerzeitung „Der Pilot“ der Remshaldener Ernst-Heinkel-Realschule (Überschrift „Spinner oder Schlager-Prinz?“, nachzulesen auf der Anders-Website). Also wurden die Redakteure Friedrich Reusch und Dominik Seemann zur Feier eingeladen. (...)“
Dann kurzer Small-Talk der PILOT-Leute mit Anders, der anschließend ein Fernsehinterview ab, ehe es, im Gespräch mit dem Juxer Bürgermeister und seiner Frau, zur Juxer Halle ging. Dort spielte gerade die Vorband „Gitze Roadshow“, eine Rockband, die Anders an diesem Abend begleiten sollte und die mit ihm zuvor bereits in der „Belinda“ in Sulzbach geprobt hatte. Die Stimmung hier war schon am Überkochen, und auch über die Zusammensetzung der Gäste an diesem Abend in der überfüllten Halle hätte ein angehender Psychologe eine Diplom-Arbeit schreiben können.
Erwachsene, die mit den Liedern von Christian Anders aufwuchsen, melancholisch gestimmte Leute, deren erste große Liebe durch die Lieder von Anders begleitet wurde, junge Leute, die den Auftritt von Anders kaum erwarten konnten, Frauen mit viel Make-Up, hohen Stöckelschuhen und tiefem Ausschnitt, die jetzt schon vor Aufregung nassgeschwitzt waren, die PILOT-Leute, insgesamt einfach ein kultiger, gutgelaunter, vor lauter Vorfreude bebender Haufen.

Als Christian Anders dann nach einer Laudatio auf ihn die Bühne betrat, kannte das Kreischen und Johlen kein Ende mehr, und das in einem Ausmaß, das die Reaktionen nach der Uraufführung von Friedrich Schillers „Die Räuber“ anno 1782 am Mannheimer Nationaltheater weit in den Schatten stellte. Als der Jubel dann doch noch ein Ende genommen hatte erklang ein Lied, bei dessen ersten Tönen schon die ersten Tränen im Publikum flossen: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Welch verschiedene Erinnerungen mögen die verschiedenen Menschen in der Juxer Halle beim Hören dieses Liedes gehabt haben? Welche Gefühle haben sie assoziiert? Nachfolgend ging es in dieser Tour weiter. Die Halle geriet in einen Schlagerrausch, der alle mitzog. Feuerzeuge und Wunderkerzen hier und da. Und auch eine Journalistenkollegin, die bei der Pressekonferenz noch etwas kritischer dreinschaute, sah man jetzt tanzend und ganz hin und weg durch die Juxer Halle „schweben“. Die Show bestand neben den Songs auch aus Showeinlagen wie einem Karatekampf, einem Interview mit Christian Anders, das die Literaturikone Ralf Preusker aus Ludwigsburg führte, oder einer Buchpremiere. Anders wurde reich beschenkt, unter anderem mit kleinen Schokolikörfläschchen, die er allerdings ans Publikum weiterverschenkte, und, oh Wunder, eine landete natürlich bei den Leuten vom PILOT. Dann, zum Abschluss, sang Christian Anders unplugged mir der Akustik-Guitar „Sierra Madre del sur“, zuvor lachte er: „Und jetzt drehen wir uns alle nach vorn und hinten um, umarmen die Andren und sagen ihnen, dass wir sie lieb haben“. Das taten alle und so lag sich die gesamte Halle beim großen Show-Finale in den Armen. Nach den Zugaben wurde nochmals die Ausstellung, die die Verlegerin der Bücher von Christian Anders, Elke Straube, in mühevoller Arbeit für die Show zusammengestellt hatte, besichtigt, in der sich 2 PILOT-Leute dann auf einem Foto entdeckten.
Nach nochmaligen Small-Talks mit Christian und dem Boss vom Café Schönblick wurde die Pilot-Delegation noch von Elke Straube mit alten Single-Platten von Anders beschenkt, dann fuhr der Suzuki wieder nach Hause, und eines war klar: Die Umfunktionierung zum „Christian Anders –Truck“ hatte sich gelohnt. Diese Nacht, sie war deutscher Schlager-Kult in Reinkultur.
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