Hallo Elke, hallo Christian,
gestern habe ich (als regelmaessige Spiegel-online-leserin) den unschoenen Bericht ueber Christian gefunden. Nicht nett.
Aber andererseits, man muss auch sehen, wer das verfasst hat!
Wer nimmt denn Henryk M. Broder ernst??? Mal ehrlich, jetzt?!
Christian, ich kenne dich nicht persoenlich, aber als Jahrgang 63 erinnere ich natuerlich Deine alten Hits "Zug nach Nirgendwo" und "In den Augen der andern". Hoere ich noch heute gerne!
Ich lebe heute in den USA und kann Dir nur zustimmen in dem, was Du ueber Bush und Schroeder geschrieben hast. Es ist leider alles wahr, soweit ich das beurteilen kann. Die Verbloedung hier in den Staaten ist einfach unglaublich, unbeschreiblich! Natuerlich ist das politisch gewollt. Hier gibt es ja noch nicht'mal richtige Nachrichten in den Medien. Man erfaehrt, wo wieder ein Supermarkt ueberfallen wurde und wo ein Buergermeister der Korruption ueberfuehrt wurde, und natuerlich was Michael Jackson macht. Das war's!
Deswegen lese ich ja auch alles moegliche online (u.a. eben auch den Spiegel), weil ich als halbwegs gebildete Deutsche ja doch einen ganz anderen Standard an Informationen gewohnt war.
Von Schroeder bin ich sehr enttaeuscht. Er ist NICHT von grund auf schlecht (so wie Bush), aber er macht zu viele Fehler in der letzten Zeit. Der brimborische Empfang in Mainz, und nun das Herunterspielen der Entfuehrung eines deutschen Staatsbuergers durch US-Geheimdienstmaenner. Das darf nicht sein! Aber er denkt wohl "Augen zu und durch".
Christian, ich habe Deinen offenen Brief an Schroeder gelesen und fand die Idee des Schwundgeldes sehr bedenkenswert. Absolut einleuchtend!
Vielleicht etwas abwegig, was ich nun schreibe, aber mir fiel dazu folgendes ein:
vor einiger Zeit sprach ich mit meiner noch in Deutschland lebenden Freundin ueber die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland, und sie (eine altgediente Sozialdemokratin!) sagte, seit Rotgruen an der Macht seien, habe sich leider alles verschlechtert. Sie wollen immer alles besser machen, aber in Wirklichkeit machen sie alles schlimmer als vorher.
Hier das Beispiel:
vor Rotgruen gab es eine Schattenwirtschaft mit Schwarzarbeit. Dieses dort erwirtschaftete Geld wurde NICHT in Koffern in die Schweiz gebracht, sondern sogleich wieder ausgegeben, beim Obi, oder beim Aldi, oder Mutti kaufte sich ein neues Kleid, die Kinder bekamen neue Schuhe, oder konnten nun mit auf die Klassenfahrt. Mit anderen Worten: es kam sofort in den Umlauf. Das schwarz verdiente (kleine!) Geld wurde nicht gesparrt, sondern sofort wieder in den Wirtschaftskreislauf gegeben, und alle waren's zufrieden.
Unter Kohl ging das. Ich bin KEINE Anhaengerin der Kohl-Polotik, oh nein! Nicht falsch verstehen! Aber leider ist es eine Tatsache, dass die Gutmenschen bei Rotgruen mit Austrocknung des Schwarzmarktes viele Leute um ihr kleines nebenbei-Geld gebracht haben.
Daran musste ich wieder denken, als ich deinen Brief an Schroeder las, Christian. Das Schwundgeld ist so aehnlich wie das Schwarzgeld (mit dem auch ich mich auskannte, als ich noch in D wohnte). Es waere ein guter Loesungsansatz. Aber leider ist die derzeitige Situation noch nicht schlimm genug. Es wird noch nicht passieren!
Es muss (LEIDER!) erst wieder alles total zusammenbrechen, bevor eine so grundsaetzlich andere Loesung versucht wird. Und ausserdem: diejenigen, die so gut von den Zinsen leben, die haben natuerlicherweise absolut kein Interesse daran, diesen Lebensstil aufzugeben! Das ist dir doch klar, Christian?
Bitte mach' weiter, und lass' Dich bloss nicht entmutigen von diesen Dummtussen bei Prosieben oder gar H.M. Broder!!!
M. U.