Die Hohmann Rede

War die Hohmann Rede wirklich so schlimm?
Oder hat man uns Deutsche bereits politisch so kastriert, dass wir im Land der Redefreiheit nicht mehr unsere Meinung kundtun dürfen, sondern nur noch als Sündenböcke und Steuerdeppen benutzt werden?

Der Leser möge selbst urteilen. Hier ist ein Auszug der original Rede des MdB Hohmann abgedruckt.
Lesen und urteilen Sie selbst.

 

Wir wollen uns über das Thema "Gerechtigkeit für Deutschland", über  unser Volk und seine etwas schwierige Beziehung zu sich selbst einige  Gedanken machen. Wir halten uns nicht zu lange mit vordergründigen  Erscheinungen auf. Aber es ist halt schon merkwürdig, und viele  Deutsche nehmen daran Anstoß, daß ein verurteilter türkischer  Mordanstifter nach Verbüßung seiner Haftstrafe nicht in sein türkisches  Heimatland ausgewiesen werden kann. Ein deutsches Gericht legt deutsche  Gesetze so aus, daß der sogenannte Kalif von Köln sich nicht zur  Rückreise in die Türkei, sondern zum weiteren Bezug deutscher  Sozialhilfe gezwungen sieht.

Da deckt eine große Boulevard-Zeitung den Fall des Miami-Rolf auf.  Dieser mittellose deutsche Rentner erhielt vom Landessozialamt  Niedersachsen den Lebensunterhalt, die Miete nebst Kosten für eine  Putzfrau, zusammen 1.425,- Euro monatlich ins warme Florida überwiesen.  Das ist derzeit noch ganz legal, denn nach § 119  Bundessozialhilfegesetz können deutsche Staatsbürger auch im Ausland  Sozialhilfe erhalten, wenn schwerwiegende Umstände einer Rückkehr  entgegenstehen. In einem psychiatrischen Gutachten war festgestellt  worden, Rolf J. sei in seinem "gewohnten Umfeld" in Florida besser  aufgehoben. Er kann dort von seinen amerikanischen Freunden eher  "aufgefangen" werden.

Vor kurzem wurde eine Hessische Kreisverwaltung dazu verdonnert, einem  54jährigen Sozialhilfeempfänger das Potenzmittel "Viagra" nicht  grundsätzlich zu verweigern. Vor dem Hintergrund der beiden  letztgenannten Fälle schreibt die Zeitung "Das freie Wort" aus Suhl:  "Viagra aus Staatsknete war gestern, aber heute gibt es die  Deutschland-Allergie." Die Oldenburgische Nordwestzeitung empfiehlt:  "Deutsche, laßt die Arbeit liegen, ab ins Paradies." Treffend bemerkt  die "Deister- und Weserzeitung": "Wut und Entsetzen kocht da hoch."

Viele von Ihnen kennen ähnliche Beispiele, in denen der gewährende  deutsche Sozialstaat oder der viele Rechtswege eröffnende Rechtsstaat  gnadenlos ausgenutzt werden. Dabei hat der einzelne, den man früher  Schmarotzer genannt hätte, in der Regel kein schlechtes Gewissen.  Wohlmeinende Sozialpolitiker aller Couleur haben das individuelle  Anspruchsdenken kräftig gestärkt, man kann sogar sagen verselbständigt.  Dabei ist ganz aus dem Blick geraten, daß all diese Sozialhilfe-Euros  vorher von anderen hart erarbeitet oder per Staatskredit der jungen  Generation aufgebürdet werden müssen. Bei der Abwägung von Rechten und  Pflichten wurden die Rechte des Einzelnen groß heraus-, die Pflichten  des Einzelnen aber hintangestellt. Wie viele Menschen in Deutschland  klopfen ihre Pläne und Taten auch darauf ab, ob sie nicht nur  eigennützig, sondern auch gemeinschaftsnützig sind sie der Gemeinschaft  nützen, ob sie unser Land voranbringen?

Das Wir-Denken, die Gemeinschaftsbezogenheit, müssen aber zweifellos  gestärkt werden. Bitter für uns, daß diese schwierige Übung  ausgerechnet in einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation von uns verlangt  wird. Die Zahl der bereits erfolgten Einschränkungen ist nicht gering,  die Zahl der künftigen - dazu muß man kein Prophet sein - wird noch  größer sein. Die große Mehrheit der Bevölkerung verschließt sich einem  Sparkurs nicht. Allerdings wird eines verlangt: Gerecht muß es zugehen.  Wenn erfolglose Manager sich Abfindungen in zweistelligem  Millionenbereich auszahlen lassen, fehlt nicht nur dem unverschuldet  Arbeitslosen dafür jegliches Verständnis. Nun könnte man diese  horrenden Abfindungen noch als Auswüchse des sogenannten  kapitalistischen Systems bewerten und mit der gleichen Praxis in den  Vereinigten Staaten entschuldigen. Aber besonders auch im Verhältnis  zum eigenen Staat erahnen viele Deutsche Gerechtigkeitslücken. Sie  haben das Gefühl, als normaler Deutscher schlechter behandelt zu werden  als andere. Wer seine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt, fleißig  arbeitet und Kinder großzieht, kann dafür in Deutschland kein Lob  erwarten, im Gegenteil, er fühlt sich eher als der Dumme. Bei ihm  nämlich kann der chronisch klamme Staat seine leeren Kassen auffüllen.

Leider, meine Damen und Herren, kann ich den Verdacht, daß man als  Deutscher in Deutschland keine Vorzugsbehandlung zu genießt, nicht  entkräften. Im Gegenteil. Ich habe drei Anfragen an die Bundesregierung  gestellt:

1. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und  des Rückgangs der Staatseinnahmen bereit, ihre Zahlungen an die  Europäische Union zu verringern? Die Antwort war: Die deutsche  Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union wird ohne Abstriche  eingehalten.

2. Ist die Bundesregierung bereit, sich auch für deutsche  Zwangsarbeiter einzusetzen, nachdem für ausländische und jüdische  Zwangsarbeiter 10 Milliarden DM zur Verfügung gestellt worden sind? Die  Antwort war: Man könne die beiden Fälle nicht vergleichen. Die  Bundesregierung wird sich gegenüber Rußland, Polen und der  Tschechischen Republik auch nicht für eine symbolische Entschädigung  und ein Zeichen der Genugtuung für die deutschen Zwangsarbeiter  einsetzen.

3. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und  des Rückgangs der Steuereinnahmen bereit, ihre Entschädigungszahlungen  nach dem Bundesentschädigungsgesetz (also an - vor allem jüdische -  Opfer des Nationalsozialismus) der gesunkenen Leistungsfähigkeit des  deutschen Staates anzupassen? Die Antwort war: Nein, der Respekt vor  dem damaligen Leiden dieser Menschen gebiete, das Entschädigungsniveau  uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.

Mich haben diese Antworten nachdenklich gemacht und sie bestätigen die  in unserem Land weitverbreitete Anschauung: Erst kommen die anderen,  dann wir. Überspitzt gesagt: Hauptsache, die deutschen Zahlungen gehen  auf Auslandskonten pünktlich und ungeschmälert ein. Dafür müssen die  Deutschen den Gürtel halt noch ein wenig enger schnallen.

Offengestanden, ich würde mir einen Konsens wünschen, wie er in vielen  anderen Ländern der Welt besteht. Dort lautet dieser Konsens: Der  eigene Staat muß in erster Linie für die eigenen Staatsbürger da sein.  Wenn schon eine Bevorzugung der Deutschen als nicht möglich oder nicht  opportun erscheint, dann erbitte ich wenigstens Gleichbehandlung von  Ausländern und Deutschen. [...]

Quellle: Website der Neuhofer CDU, www.cdu-neuhof.de

Dazu siehe auch:  "Gerechtigkeit für Deutschland". Die Äußerungen des CDU-Abgeordneten Martin Hohmann zum Nationalfeiertag

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