Offener Brief an die SZ Freital

oder

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

 

Sehr geehrte Frau Chefredakteurin Klameth!

Bis heute, dem 15. April 2002, ist uns keine Antwort auf unseren Widerspruch vom 28.03.02 bezüglich des unverschämten Artikels über den Auftritt von Christian Anders im Musikhaus Schubert am 23.03.02 zugegangen. Mit dem Abdruck von Lesermeinungen ist das Problem für uns nicht geklärt. Schon im Interesse unserer Gäste und Fans, aber natürlich erst recht im Interesse von Herrn Anders, der nach einem anstrengenden Tag auf der Leipziger Buchmesse alles gegeben hat, werden wir die Angelegenheit nicht im Sande verlaufen lassen.
Bis heute ist uns nicht bekannt, wer den Artikel geschrieben hat. Unterschrieben ist er mit "Foto: Peter Kuner". Es liegt uns per e-mail von Herrn Kuner vor, dass er am 23.03.02 von 21.04 bis 21.25 anwesend war, um "künstlerisch anspruchsvolle Lichtbilder zu erschaffen". Sonst war niemand von der SZ da.
Es ist bezeichnend, dass wir erst durch telefonische Nachfrage seitens des Musikhauses und meinerseits ins Gespräch kommen; es ist erschreckend, dass Sie im Gespräch mit Frau Schubert Ihren Artikel zu bagatellisieren versuchen und dass Begriffe wie "Sekte" oder "Guru" fallen. Oh mein Gott, Sie haben nicht die leiseste Vorstellung von diesem Abend, was Sie dann auch im Gespräch mit mir zugeben. Es hatte kein Redakteur Zeit an diesem Abend; es waren so viele Veranstaltungen an diesem Wochenende, die SZ macht das öfters so... Beschämend. Sie wissen gar nicht, was Sinn und Zweck der Buchpräsentation war. Sie können auch nicht wissen, dass wir Gäste aus der Schweiz hatten, die extra für diesen Abend angereist waren. Dass die Veranstaltung wegen der Begeisterung der Leute am nächsten Abend wiederholt werden musste... Das alles können Sie gar nicht wissen. Woher auch. Sie haben - ich will nicht unbedingt sagen absichtlich, jedoch aus Zeitnot, Gleichgültigkeit und Inkompetenz heraus einen Künstler verhöhnt. Einfach so. Weil eben keine Zeit war.
Ich würde das hier nicht so detailliert ausführen, wenn der Wille zur Gegendarstellung erkennbar wäre. Wenn die SZ zugeben würde, mit dem Artikel sehr schief gelegen zu haben und die Sache klarstellen würde - stattdessen: Ausflüchte, Beschönigung. "...so schlecht war der Artikel aber gar nicht", "...woher sollen wir denn für eine Gegendarstellung nun wissen, wie der Abend wirklich war", "...keine Veranlassung zu einer Gegendarstellung." Mein Angebot, Ihnen ein Video zu leihen, das den Abend vollständig zeigt und einen Eindruck von der tollen Stimmung vermittelt, schlagen Sie aus. Stattdessen machen Sie mir ein Angebot zur Beschwichtigung: Ein Interview mit mir als Verlegerin. Wir können ja ein bisschen plaudern, wie ich dazu gekommen bin, die Bücher von Herrn Anders zu verlegen und dann könne man ja nochmal auf diesen Abend zu sprechen kommen... Nein danke, Frau Klameth. Die elegante Lösung für die SZ will ich nicht sein. Wenn es die SZ nicht fertig bringt, zuzugeben, dass der Artikel vom ersten bis zum letzten Satz völlig falsch ist, dann mache ich das eben selbst.
Aber vielleicht ist noch Hoffnung. Vielleicht kommt die SZ ja doch noch zu dem Schluss, ihre journalistische Freiheit so nicht missbrauchen zu können. Und wenn nicht, dann war mein Entschluss vom Februar, das Blatt abzubestellen, der einzig richtige.

Elke Straube

 


 

Sächsische Zeitung Freital
Dresdner Straße 72

01705 Freital

z. Hd. des Chefredakteurs

Freital, 28.03.02

 

Einspruch


Das Musikhaus Schubert und der Verlag Elke Straube verwahren sich entschieden gegen die oberflächliche und falsche Darstellung der Veranstaltung mit Christian Anders, die am Sonnabend, den 23.03.02 im Café des Musikhauses Schubert in Freital stattfand. Die Gäste des Abends riefen uns nach Veröffentlichung Ihres unverschämten Artikels "Schlagersänger im Nirvana" an und teilten uns ihre Empörung mit. Schon allein die Wortwahl (... "versuchte zu verzücken", "Gassenhauer") zeugt von einer herabwürdigenden Haltung des Verfassers. Christian Anders versuchte nicht zu "verzücken", sondern begeisterte sein Publikum so, dass die Veranstaltung kurzfristig am nächsten Tag vor ausverkauftem Haus wiederholt werden musste. Der Artikel widerspiegelt in keiner Weise die Stimmung des Abends. Allein die Überschrift "Schlagersänger im Nirvana" und der Kommentar .. "dem sich in Kalifornien das Nirwana offenbart haben soll") spricht für die persönliche Voreingenommenheit des Verfassers, und das im 21. Jahrhundert und in einem Rechtsstaat, in dem Religionsfreiheit herrscht. Herr Anders stellte an diesem Abend sein neues Buch "Der Brief" vor, einen Liebesroman, der überhaupt keine Beziehung zu irgendeiner Religion hat. Daher ist die Überschrift des Artikels für uns irrelevant und unverständlich. Wir bitten um Erklärung.

Alle Gäste waren begeistert und beglückwünschten uns zu diesem gelungenen Abend. Wiederholt wurden wir gefragt, wie wir es geschafft hätten, einen so hochkarätigen Künstler wie Christian Anders nach Freital zu holen.

Unsere Fragen an die Redaktion: 1. Wer ist der Verfasser des Artikels? 2. Woher nimmt er seine Kenntnisse, um diesen Artikel zu verfassen? Es war kein Redakteur in unserem Hause, sondern nur ein Fotograf, welcher erst zu Ende der Veranstaltung hereinplatzte mit der Bemerkung, er müsse ein Bild machen. Er hielt sich nur kurze Zeit auf, nahm vom Tisch der Gäste ohne zu fragen Werbematerial von der Buchmesse Leipzig und verschwand, ohne sich zu verabschieden. Unsere Schlussfolgerung ist, dass der Verfasser des Artikels seine Information diesen Blättern entnommen hat, ohne Stimmung und Inhalt des Abends überhaupt einfangen zu wollen.

Anstatt den Auftritt von Christian Anders, der übrigens auch im Treff-Hotel Freital übernachtet hat, zu würdigen, bringt die SZ einen Artikel, der das Gefühl des Hohns auslöst und einen schlechten Beigeschmack hinterlässt. Ist die SZ nicht an kulturellen Höhepunkten in der Stadt interessiert? Man könnte sogar annehmen, dass der Verfasser des Artikels ganz bewusst seine persönliche Abneigung gegen Christian Anders und seinen Glauben einbringen will. Mit dieser Haltung hat der Verfasser nicht nur Herrn Anders beleidigt, sondern auch das Musikhaus Schubert und den Verlag Elke Straube, was wir als im höchsten Maße geschäftsschädigend betrachten.

Unsere Forderung an Sie:

Wir fordern die Herausgabe eines neuen Artikels, welcher die tatsächliche Atmosphäre des Abends widerspiegelt und den Ruf von Herrn Anders, dem Musikhaus Schubert und Verlag Elke Straube rehabilitiert. Gleichzeitig fordern wir die Veröffentlichung von wenigstens 2 emails, die uns nach diesem Abend spontan von unseren Gästen zugesandt wurden. Des Weiteren verlangen wir eine persönliche Entschuldigung des Verfassers beim Veranstalter.

Wir verlangen einen Termin zur persönlichen Stellungnahme des Verfassers unter Einbeziehung des Chefredakteurs. Sollte dies abgelehnt werden, behalten wir uns weitere Schritte wegen Geschäftsschädigung vor.

 

Frau Elenka Schubert
Café & Restaurant Schubert

Frau Elke Straube
Verlag Elke Straube

 




Dieser Artikel erschien in der Sächsischen Zeitung Freital am 26.03.02:

"Schlagersänger im Nirvana"

Christian Anders, Messias aus den Siebzigern und Buchautor, versuchte am Sonnabend im Freitaler Musikhaus Schubert sein Publikum zu verzücken. Der auch als Lanoo auftretende Östereicher mit Wohnsitz in Kalifornien war erschienen, um sein neu aufgelegtes Buch "Der Brief" vorzustellen und seine alten Gassenhauer "Geh nicht vorbei" oder "Zug nach nirgendwo" zu singen. Die Reaktion des Publikums war geteilt. Die einen waren begeistert, die anderen enttäuschte der Sänger, dem sich in Kalifornien das Nirvana offenbart haben soll.

 

 

Hier nun einige Lesermeinung zu diesem Artikel:

 

(Elke und Dieter Geißler am 29.03.02 an die SZ Freital)

Ein wunderschöner Abend im Freitaler Musikhaus Schubert

Durch Zufall sahen wir - leider erst sehr spät - in der Freitaler SZ vom 26.03.02 ein Foto von Christian Anders und lasen den dazugehörogen Text. Wir trauten unseren Augen nicht.

An diesem Sonnabend, dem 23.03.02 waren wir zu der Veranstaltung mit Christian Anders zu Gast im Musikhaus Schubert. Wir kannten den Sänger lediglich von einem Auftritt im Kulturpalast Dresden.

Aber was an diesem Abend von diesem Star in Freital geboten wurde, war einmalig. Alle Anwesenden waren begeistert von seinem Programm und seinen Liedern. Er braucht keine Technik um mit seinem musikalischen Können zu überzeugen, er braucht seine Gitarre und seine Stimme, die überwältigend ist. Es waren keine Gassenhauer, die da zu hören waren. Man konnte den Künstler hautnah erleben und auch einiges aus seinem Leben und Büchern erfahren. Es war eine fantastische Stimmung.

Außerdem haben wir uns im Musikhaus Schubert pudelwohl gefühlt, es war eine gemütliche Atmosphäre, es gab sehr schmackhaftes Essen und wir wurden vorzüglich bewirtet. Wir werden dieses Restaurant bei weiteren Gelegenheiten aufsuchen, so gut hat es uns gefallen.

Nun fragen wir uns, wie kann es möglich sein, dass ein Mitarbeiter Ihrer Redaktion einen so inhaltlich völlig falschen Artikel schreiben kann? Das alles hat nichts mit dem von uns erlebten Abend zu tun. Ist nicht das Leben vieler Prominenter durch die Medien ganz falsch dargestellt worden? Beweise dafür gibt es genug. Man kann doch einem Menschen wegen seiner Anschauung nicht seine Erfolge absprechen!

Wir sind seit 25 Jahren Leser der SZ, aber so enttäuscht über eine Veröffentlichung waren wir noch nie.

 

 

(Frau Brigitte Hoffmann an die SZ Freital)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es kann ja wohl nicht sein, was Sie (welcher Redakteur es auch war) solchen Schund über Christian Anders schreiben. Ich habe zufällig gehört, dass Herr Anders in Freital einen musikalischen Literaturabend durchführt. Da habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um an diesem Abend Herrn Anders live zu erleben. Da ich sowieso in Leipzig war, konnte ich es gut zusammenbringen.
Von Bekannten bekam ich nun Ihre Zeitung. Ich bin empört und wünsche, nein ich verlange, dass dieser Redakteur sich öffentlich für das Geschmiere entschuldigt.
Es war ein sehr schöner Abend und es gab keinen, der an diesem Abend Hernn Anders erlebte, der mit gemischten Gefühlen das Musikhaus Schubert in Freital nach der Veranstaltung verließ. Im Gegenteil, es herrschte regelrechte Superstimmung und ich kann sagen, dass es allen sehr gut gefallen hat. Ich kann es mit ruhigem Gewissen schreiben, denn Herr Anders bekam Bravorufe und Zugabe-Rufe und das wäre ja wohl nicht eingetreten, wenn es kaum jemandem gefallen hätte.
Dieser Redakteur sollte doch bitte bei der Wahrheit bleiben und wenn er das nicht kann, dann sollte er doch den Beruf wechseln.
Ich danke Herrn Anders für diesen wunderbaren Abend und wünsche mir, dass weitere Veranstaltungen in dieser Art folgen werden.
Ich bitte darum, dass Sie meinen Brief veröffentlichen


Mit freundlichen Grüßen

Fr. Br. Hoffmann