Bergische Morgenpost vom 5. April 2004, Nr. 81

Schlagersänger Christian Anders stellte in der Denkerschmette sein Buch vor und gab ein Konzert

„Lanoo“, der Zug und das liebe Geld

Von Gerhard Pick

„Haben Sie eine Schere mitgebracht?“ Manfred Liebenow mag keine langen Haare. Und überhaupt, die äußere Erscheinung von Schlagersänger Christian Anders gefällt ihm nicht mehr. Nein, als „Guru“ wollen Manfred Liebenow und seine Frau Petra Christian Anders eigentlich nicht sehen. Als Sänger dagegen fanden sie ihn gut.
Am Freitagabend sitzen die beiden nun in der Denkerschmette und sind gespannt drauf, wie sich „Lanoo“ – so nennt sich der Autor Christian Anders – präsentieren wird. Über sein neustes Buch „Der Rubel muss rollen“ wird er sprechen.

Scheine mit Verfallsdatum
„Guru?“ Renate Küppers winkt ab. Das sei ein falsches Bild, sagt sie. Seit 30 Jahren verfolgt sie Christian Anders’ Karriere, und so abgehoben, wie er dargestellt werde, sei er gar nicht. Stimmt irgendwie. Der Schlagersänger geht zügig zu seinem Tisch, wirkt unkompliziert. Er begrüßt die Gäste und singt erst einmal seinen Erkennungs-Hit: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Man ist begeistert, singt mit. Gleich danach beginnt die Lesung, die Anders schnell zu einer Vorlesung macht. Von „Z.U.G.“, einem von ihm erdachten „zinsfreien umlaufgesicherten Geldsystem“ spricht er, und davon, dass jeder Geldschein mit einem Ablaufdatum versehen werden soll, damit die Leute das Geld nicht horten, sondern ausgeben.

Christian Anders spannt seine Gäste ein, stellt Fragen, findet einen bei einer Bank Beschäftigten, dem er – dennoch – die Hand reicht. Denn zuvor hat er den Bankern vorgeworfen, dass sie ihren Kunden falsche Versprechungen machen.

„Lanoo“ spricht vom Altertum, den Fuggern und der Gotik, unterfüttert seine unkonventionellen Behauptungen mit Zahlen. Die Gäste lauschen gespannt, nicken ab und zu mit dem Kopf. Irgendwann stoppt Christian Anders seine Ausführungen, greift spontan zur Gitarre und singt „La Bamba“. – „Das ist sein Temperament“, erklärt Managerin Elke Straube, die auch seine Schriften verlegt. Das Temperament sorgt wohl auch dafür, dass Anders immer wieder das Lesen unterbricht und den Kontakt mit den Gästen sucht: Was man denn davon halte?

Am Ende wird die Lesung zur Diskussionsrunde, wobei sich die Gäste über alle möglichen Fragen des Umgangs mit dem Geld beschäftigen und dabei auch die Politiker nicht schonen.

Fans zurückerobert
Doch schließlich hat der 59-Jährige seine Fans überzeugt - und manche wieder zurückerobert, wie Petra und Manfred Liebenow. Die sind auch am Samstagabend im Vaßbender-Saal dabei, als Christian Anders ein Konzert gibt. Applaus empfängt ihn, als er „Geh nicht vorbei“ anstimmt. Das Publikum singt mit, ist begeistert von seinem Auftritt. Bereits beim nächsten Hit werden Feuerzeuge geschwenkt – wie früher.

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