Wochenkurier Hoher Westerwald, 8. Oktober 2004

„Zug nach nirgendwo“ kam aus den 70ern nach Irmtraut
Rund 300 Schlagerfans begrüßten „ihren“ Star Christian Anders anlässlich der SWR 4 – Schlager-Party in Irmtraut

Von Elke Hufnagl

Dem VdK Ortsverband gelang es dank der guten Kontakte des 1. Vorsitzenden Manfred Bautz zum SWR 4 ein Event der besonderen Spitzenklasse nach Irmtraut in die Carl-Lefknecht-Halle zu holen. Der SWR 4 tourt mit einer „Schlager-Party“ in sechs Gemeinden des Westerwald-Kreises. Im „Gepäck“ ist jeweils immer eine Größe des deutschen Schlagers dabei. In Irmtraut war es Christian Anders. Christian Anders, Sänger, Komponist und Autor hält Lesungen und gibt esoterische Lebensberatung. In Irmtraut allerdings tat er das, wodurch er in den 70er Jahren berühmt und beliebt wurde: Er sang seine unvergessenen Hits und stellte Lieder aus seinem neuen Album vor.
Der gebürtige Österreicher, Jahrgang 1945, kam im Alter von 10 Jahren nach Deutschland und begann seine Karriere als Schlagersänger 1969. „Geh nicht vorbei“ war ein Millionenhit, für den er den Silbernen Löwen von Radio Luxemburg und die Goldenen Europa erhielt. Ein Jahr später folgte der bis heute unvergessene und immer wieder beliebte Megahit „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“, die erste Eigenkomposition von über 900 Liedern. In diesem Zeitraum zierte Anders die Titelblätter aller Jugendzeitschriften und viele Teenager waren in ihn verliebt. Anders verkaufte über 20 Millionen Schallplatten, schrieb 13 Bücher, 5 Drehbücher, 2 Musicals, ein Theaterstück (Der Mann der Aids erschuf), eine Sinfonie (Malibu-Sinfonie) und führte in 9 Filmen Regie. Lange lebte der ehemalige Klosterschüler in den USA. Anders moderierte wöchentlich die Fernsehshow „Lanoo on the book of light“, in der er Größen aus Show, Politik, Wissenschaft und Medizin interviewte. Als Autor bei Libri-Books on Demand gibt Christian Anders die buddhistische Lehre „im Sinne Buddhas“ weiter. Anders nennt sich auch Lanoo, was Schüler bedeutet. Während in der Carl-Lefknecht-Halle bei Schlagermusik „die Post abgeht“, habe ich die Möglichkeit, Christian Anders persönlich zu sprechen. Eigentlich hatte ich die Vorstellung, auf einen total abgehobenen Star zu treffen. Dem ist nicht so. Gemeinsam mit Manfred Bautz treffe ich im nahe gelegenen Gasthof, in dem Anders auf seinen Auftritt wartet, ein und werde freundlich empfangen. „Setzt euch, wir spielen gerade aus Langeweile Stadt, Land, Fluss“, scherzt er lächelnd. Gänzlich ohne Starallüren plaudert Anders mit ruhiger angenehmer Stimme über einige Stationen seines bewegten Lebens: Die 70er Jahre, sein Aufenthalt in Los Angeles, sein Hund, seine Bücher und Auftritte als Sänger. „Zeitweise habe ich an den Wochenenden sieben Auftritte, das muss ich aber einschränken, manchmal wird es ein bisschen zuviel“, erklärt er und fügt etwas schüchtern , als wolle er sich dafür entschuldigen, dass er ein „dickes“ Auto fährt, hinzu: „Ich habe mir jetzt einen bequemen schnellen BMW gekauft, damit ich die Termine auch in der vorgegebenen Zeit einhalten kann und meine Fans nicht warten müssen“. Auch in der heutigen zeit habe er noch Fans zwischen vier und vierundneunzig Jahren, freut er sich. Aber Christian Anders singt und komponiert nicht nur, er ist auch ein erfolgreicher Autor. Ich frage ihn nach seinen Büchern und seine blauen Augen strahlen. „Ja, Schreiben ist ein Teil seines Lebens“, betont er. Schon als Halbwüchsiger schrieb Anders seine Gedanken nieder, wenn niemand zuhören wollte. Eines seiner 13 Werke liebt er besonders: Der Rubel muss rollen. „Mit „Rubel“ meine ich aber keine bestimmte Währung“, erklärt er schmunzelnd. (Lese- und Hörproben: http://www.christiananders.net
Nach seinen Zukunftsplänen gefragt erzählt der sympathische Sänger bereitwillig: „Ich habe mit der Firma Koch Universal einen Vertrag unterschrieben. Ende Januar kommt das neue Album heraus.“ Ebenfalls im nächsten Jahr, zur Buchmesse, erscheint seine Biografie. Pünktlich zum Oktoberfest schrieb er für „Anton aus Tirol“ den Hit „Im Himmel gibt’s kein Bier“. Jungenhaft lachend fragt er: „Soll ich mal singen?“ Klar soll er.

Hört sich wirklich „hitverdächtig“ an. Danach wird es Zeit für seinen Auftritt in der Carl-Lefknecht-Halle. Anders hält ein kleines Schwätzchen mit den Männern von der Wehr, die an diesem Abend als Sanitäter und Parkplatzeinweiser Dienst schieben und für den Brandschutz und die Sicherheit zuständig sind. Dann endlich steht Christian Anders auf der Bühne. Da ist immer noch diese charismatische Ausstrahlung; die Stimme ist hell und klar wie man sie von den CDs kennt, aber auch kraftvoller und ausdrucksstärker als früher. Er singt von Liebe und Herzschmerz und scheint die Gefühle in dem Moment zu leben. Das Publikum ist aus dem Häuschen; singt lautstark mit, klatscht und tanzt. Ein Haarband hält Christian Anders langes blondes Haar zusammen. Als er das Haarband löst umspielt ein leichtes Lächeln seine Lippen. Er ist sich seiner Wirkung bewusst. Die langen Haare fließen über seine Schultern und auf der Tanzfläche fließen bei einigen Mädels die Tränen. Christian Anders singt einen Hit nach dem anderen: „In den Augen der andern“, „Einsamkeit hat viele Namen“, „Melissa“, „Verliebt in den Lehrer“, „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ und viele mehr. Eine tolle Stimmung herrscht in der Halle. Blumen werden überreicht und Wunderkerzen glühen. Drei Generationen treuer Fans feiern ihren Star; den von damals und den von heute: Christian Anders.

 

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