Fränkische Nachrichten, 22. Juni 2004
Eichels Etat 2005 wird gescholten
Es ist doch merkwürdig, dass fast alle Menschen die Zinsbelastung des Bundes von bald 41.3 Milliarden als zweithöchsten Einzeletat widerspruchslos hinnehmen. Eigenartig ist auch, dass in der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ die Zinsen nicht einmal erwähnt werden! Ja, die Großkapitaleigner regieren die Welt und werden durch Zinseszins und Währungsspekulation und sonstige Tricks immer vermögender und dem Normalbürger geht das Geld aus, weshalb der Rubel und damit die Wirtschaftskraft auch nicht mehr rollen kann (Christian Anders: Der Rubel muss rollen). Wie viel Bücher wurden darüber schon geschrieben, an Abgeordnete und die Kirchenvertreter verteilt, z.B. auch das von Hermann Benjes: Wer hat Angst vor Silvio Gesell). Diese reagierten aber nicht. So haben die Wähler die SPD zu den Sozialreformen der Agenda 2010 bei der Europawahl abgestraft und leider mehrheitlich die Partei mit dem großen "C" gewählt, als ob die es besser machen würde oder könnte.
Wir alle müssen das soziale Problem nicht über die Parteien, die für Fensterreden in den Parlamenten gutes Geld verdienen, sondern über eigenen Aktivitäten lösen. Wir brauchen ein Geld, das altert wie jede Ware auch. Geld ist ein Gegenwert zur Ware und nicht mehr und Arbeit ist keine Ware, sondern ein Recht! Spekulation mit den Währungen ohne Bezug auf die Realwirtschaft darf es in Zukunft nicht mehr geben. Geld ist ein Tauschmittel für Waren, entstanden aus der Rationalisierung in der Landwirtschaft, im Handwerk bis zur heutigen Informatik. Grund und Boden gehört allen, mit diesem kann und darf nicht spekuliert werden.
Das kapitalistische Finanzsystem braucht eine grundlegende Neubewertung, sonst bricht in wenigen Jahren, Christian Anders spricht vom Jahre 2008, der Euro zusammen. Wir müssen das Geld neu denken und die Globalisierung in der Region selbst bestimmen, das Regionalgeld wie im Chiemgau und in Schwäb. Hall als Zweitwährung neben dem Euro einführen. In einem zweiten Schritt ist ein buchhalterisches Geld ohne die Möglichkeit der Spekulation einzuführen. Zins, nicht Zinseszins, gibt es nur auf freiwilliger Basis, wenn das Kapital knapp wird. Was beim Sparer liegt, kann jedoch berücksichtigt werden. Grundlage hierfür bildet die Arbeit von A. Casper, der leitenden Funktionen in einer Züricher Privatbank hatte.
Das Geldkapital muss nach Rudolf Steiner an der Abnützung, wie die der Waren, Immobilien etc. teilhaben. Es darf sich nicht nach 14-15 Jahren verdoppeln. Wir müssen den Mut haben uns zu großen Abrechnungen zu bekennen, sonst wird die soziale Unordnung, das soziale Chaos über uns nochmals hereinbrechen. Wir brauche keine weiteren Kultur- und Terroristenkriege, wenn wir die Geld- und Währungsfragen angehen.
Norbert Schenkel, Dipl.- Ing.
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