1. Frieder Reusch mit der Reizfigur Anders
2. Mitschnitt des Interviews auf Radio Sonnenschein
3. Interview mit dem Film-, Theater-, Musik-, Literatur- und Hörspielmagazin SPIRIT - EIN LÄCHELN IM STURM.
4. "Ich fordere ein neues Währungssystem"
5. Interview bei ChamaeleonPress
6. Zug nach Nirgendwo hält im Nirvana
7. Schlagersänger und Buchautor Christian Anders morgen in Ronneburg
8. Christian Anders kommt auch nach Ronneburg
9. "Der Tag, an dem die Erde still stand" - Das Lied, das keiner haben will
10. "Es ist gar nicht so schlecht, wenn man unterschätzt wird"
11. Über die Bücher von Christian Anders
12. LANOO oder Christian Anders?

 

Frieder Reusch mit der Reizfigur Anders

Die Schüler Union Schorndorf unterhielt sich mit einem der umstrittendsten Buchautoren Deutschlands. Ein Schwerpunkt der Bücher dieses Autors ist unser Finanzsystem, und das hat, wenngleich auch nicht auf den ersten, zumindest auf den zweiten Blick etwas mit Schulpolitik zu tun: Auch die Schüler Union muss Ihre Forderungen und Vorschläge streng nach den finanzpolitischen Gegebenheiten richten, damit sie auch weiterhin glaubwürdig bleibt. Und da wäre es sehr zu wünschen, dass im Kampf gegen das Finanzproblem in Deutschland bald ein Durchbruch gelingt.

Der Gesprächspartner des 1. stellv. Vorsitzenden der Schüler Union Schorndorf, Sänger und Buchautor Christian Anders, sieht in den Zinsen den Grund unseres Schuldenbergs:
„Die Zinsen sind unser Problem. Durch sie driftet unser Land in eine Schuldenfalle und die Schere zwischen arm und reich wird immer größer, da nur einige wenige an unserem derzeitigen Geldsystem verdienen und der Normalbürger abkassiert wird. Und wenn das noch lang weitergeht, haben wir bald einen Bürgerkrieg. Eine zu große Schere zwischen arm und reich war schließlich auch der Grund für die französische Revolution. Und was damals mit den Reichen gemacht wurde, wissen wir ja. Die Politiker müssen endlich die heilige Kuh Währungssystem anfassen.“ Anders schlägt vor, in Zukunft ein Währungssystem einzuführen, bei dem der Wert des Geldes abnimmt. Er nennt dies „Z.U.G.“ (Zinsfreies umlaufgesichertes Geldsystem). Er erhofft sich dadurch, dass mehr Geld in Umlauf kommt.

Nun steht es der Schüler Union Schorndorf nicht zu, sich einfach hinter dieses Z.U.G. – Geldsystem zu stellen. An einer Vereinfachung des Finanzsystems kommen wir aber früher oder später nicht vorbei. Menschen, die sich mit dem Vorschlag von Anders nicht anfreunden können, dürfen gerne eigene Vorschläge erarbeiten, damit die Schüler Union auch in Zukunft Forderungen stellen kann, die hoch sind und doch noch genug Rücksicht auf den – hoffentlich bald wieder gesundeten – „Vater Staat“ nehmen. Die Schüler Union Schorndorf (www.su-schorndorf.de) wäre für solche Vorschläge immer offen“, so Friedrich Reusch nach dem ca. 45-minütigen Gespräch.

nach oben

 

Mitschnitt eines Radiointerviews auf Radio Sonnenschein, vom 25. Juli 2004

Das Interview führte die Moderatorin Brigitte (c_a_t_woman).
zum Download (mp3-Format, ca. 19 MB)

nach oben

Fränkische Nachrichten, vom 16. Dezember 2002

Christian Anders im FN-Interview:
„Ich fordere ein neues Währungssystem!“

In seinem Buch prangert der Sänger und Autor den „wahren Bankenschwindel“ an

von Sabine Küssner

Er ist immer wieder für Schlagzeilen gut. Ob Show oder Realität, Genie oder Wahnsinn - an ihm scheiden sich die Geister. Berühmt wurde er mit Hits wie „Geh nicht vorbei“ oder „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Heute singt er zwar auch noch, doch viel mehr beschäftigt sich der gebürtige Österreicher Antonio Schinzel mit dem Bücherschreiben. Zehn hat er inzwischen herausgegeben. Sein neuestes Werk heißt „Der wahre Bankenschwindel“ und ist im Verlag Elke Straube (Geising) erschienen. „Der Zins ist der Krebs unserer Gesellschaft und unseres Währungssystems“, sagte Anders gestern im FN-Interview.

Christian, im Kapitel „Es fährt ein Zug ins Irrenhaus“ behauptet Dieter Bohlen in seinem Buch, Sie seien schon vor 20 Jahren „ein bisschen gaga“ gewesen. Stimmt das?

Anders: An das Ereignis, das er schildert, kann ich mich gar nicht erinnern. Ich soll mir in einem Restaurant einen Pickel ausgedrückt haben. Dabei hatte ich schon immer eine reine Haut.

Wie finden Sie diese Art der Kollegenschelte?

Anders: Er hat sein Buch sehr spekulativ aufgezogen. Dadurch, dass er über seine Kollegen geschrieben hat, haben die das Buch auch gekauft.

Nicht nur die Kollegen.

Anders: Auch viele andere. Die Leute hoffen, dadurch Einblicke zu bekommen, die sie sonst nicht hätten. Eigentlich besteht das Werk ja aus Kurzbiographien über andere Stars. Die Neugier der Menschen ist wohl groß. Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, ich finde es sogar lustig. Nur hätte er bei der Wahrheit bleiben müssen.

Auch Sie haben ein neues Buch geschrieben, nämlich über den „wahren Bankenschwindel“. Wie lange haben Sie dafür recherchiert?

Anders: Zwei Jahre. Ich fordere ein neues, zinsfreies und im Umlauf gesichertes Währungssystem. Das alte System ist auf Zins und Zinseszins aufgebaut. Es klingt zwar seltsam, aber das Geld soll im Wert abnehmen. Dadurch wird es in den Umlauf gezwungen. Der Geldumlauf muss stimmen. Im Augenblick haben wir eine Staatsverschuldung von 1,23 Billionen Euro. Der Abstieg der Staatsverschuldung beträgt 2000 Euro. Was meinen Sie - 2000 Euro im Monat oder am Tag?

Am Tag.

Anders: In der Sekunde! 140 Millionen Euro pro Tag wächst der Zins. In Amerika ist man bei einer Milliarde Dollar pro Tag. Die Bundesrepublik Deutschland ist pleite. Unser Währungssystem wird irgendwann kollabieren, weil Zins und Zinseszins dermaßen ansteigen. Der Zins ist der Krebs unserer Gesellschaft und unseres Währungssystems.

Wie kommt jemand, der dem Buddhismus und den esoterischen Wissenschaften zugeneigt ist, dazu, sich so eingehend mit Geld zu beschäftigen?

Anders: Buddha hat gesagt, man muss die Ursache des Leidens ausräumen. Das gilt auch für das tägliche Leben. Und da bin ich auf den Zins bzw. das Währungssystem gestoßen. Meine Bücher firmieren unter „esoterische Wissenschaften“. Ich schreibe keine Romane darüber, dass ich plötzlich Geister und Engel sehe. Sie sind auf Logik aufgebaut. Ich sage auch voraus, dass man bald Generationsverträge unterschreiben wird. Unsere Kinder werden die Staatsschuld anerkennen müssen.

Ihr Buch ist für gewisse Kreise nicht sehr bequem. Gab es auch schon Drohungen während ihrer Recherchen?

Anders: Ja, auch an Leute, die das Vorwort schrieben wollten.

Frau Professor Irmgard Schäuble zum Beispiel?

Anders: Ja. Sie ist die Leiterin des Kompetenzteams Film und Fernsehen bei der Deutschen Bank in Köln und hatte mich sogar gebeten, mit der Veröffentlichung zu warten, weil sie unbedingt das Vorwort schreiben wollte. Doch dann hat sie von oben wohl einen Wink bekommen. Ich hatte sie noch gefragt, ob sie das wirklich machen will. Und dann rief sie eines Tages meine Verlegerin an und sagte ab.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat Sie öffentlich kritisiert. Sie sollten es den Experten überlassen, sich mit Banken zu beschäftigen.

Anders: Gerade, weil wir es den Experten überlassen haben, ist ja alles schief gelaufen! Deshalb sind wir jetzt höher verschuldet als alle südamerikanischen Länder zusammen. Ich schrieb das Buch als Laie für Laien. Die meisten haben ja keine Ahnung von diesen Dingen, weil sie glauben, sie seien zu kompliziert. Das sind sie aber nicht! Unsere Politiker habe jedoch oft von ihren Ressorts keine Ahnung. Wenn es Probleme gibt, werden sofort Kommissionen einberufen. Ich habe doch diese Politiker als Experten gewählt! Nehmen wir Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die von meinem Bruder Dieter Schinzel erst in die Politik gebracht und gefördert wurde. Sie ist eigentlich ganz nett. Aber sie hat keine Ahnung von ihrem Ressort. Sie sagt, die Krankenkassenbeiträge werden gesenkt, dabei werden sie dauernd erhöht! Mit der Einberufung der Kommissionen demonstriert sie ihre eigene Ahnungslosigkeit.

Andererseits steht es mit ihrer Glaubwürdigkeit nicht gerade zum Besten. Ich denke da nur an die Geschichte mit ihrer Freundin Jenna, die sie angeblich an einen Millionär ausliehen, um ihre Schulden zu begleichen. Doch die Story stelle sich als unwahr heraus.

Anders: Mich muss man so nehmen wie ich bin. Man muss das Showgeschäft und meine Bücher trennen. Wenn ich meine Vorträge halte und über meine Werke spreche, dann sehen die Leute sofort, was los ist. Sie können unterscheiden zwischen Show und Realität.

A propos Realität. Sie haben Ozzy Osbournes Hit “Dreamer” in deutsch aufgenommen.

Anders: Noch bin ich am Überlegen, ob ich die Platte herausbringen soll. „Der Tag, an dem die Erde still stand“ läuft nämlich noch sehr gut.

Sie hörten „Dreamer“ und spürten sofort, das ist ihr nächsten Lied?

Anders: Gleich beim ersten mal wusste ich, dass ich es auf deutsch singen werde.

Sind sie denn ein Träumer?

Anders: Ja, klar! Wenn es sein muss, träume ich. Aber ich sehe auch der Realität ins Auge. Das Lied handelt übrigens von der Realität. Ozzy besingt die vielen Probleme in der Welt. Aber er rennt weg vor diesen Problemen. Er entflieht in den Traum. Doch was unsere gegenwärtigen Probleme anbelangt, kann man eben nicht in einen Traum entfliehen.

Macht von sich reden: Christian Anders (Bild) prangert in
seinem neuen Buch den „wahren Bankenschwindel“ an.

nach oben

 

Interview mit der OSTTHÜRINGER Zeitung, vom 28.06.02

Zug nach Nirgendwo hält im Nirvana

Gespräch mit Christian Anders über Musik, Geld und Erleuchtung - Schlagersänger morgen im Ronneburger Schützenhaus

Als Christian Anders singt er. Als Lanoo schreibt er über Spirituelles. Der Schlagerstar verprasste sein vermögen, flüchtete nach Los Angeles. Dort kam ihm die Erleuchtung. So lehrt der 57-Jährige u.a., dass der Affe vom Menschen abstammt. 1999 kehrte Anders oder Lanoo nach Deutschland zurück und arbeitete seine Steuerschulden ab, eine Million Mark sollen es sein.

Was bringen Sie morgen Abend mit?

Damit habe ich öfters ein Problem. Bin ich Sänger, Autor, Komponist oder Texter?

Ein Mann mit bürgerlichem Namen Antonio Schinzel.

Ich hoffe, ich kann beides vereinen: über meine Bücher sprechen und meine Lieder singen.

Viele Leute wollen aber nur ihre alten Songs hören.

Früher habe ich schon zu meinen Liedern Bücher geschrieben und vorgestellt.

Früher. Die Veranstaltung ist als Konzert angekündigt.

In einem Konzert kann und sollte der Künstler seine verschiedenen Fähigkeiten und Ambitionen zeigen.

Einer Ihrer Hits war "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo". Wohin fährt Ihr Lebenszug?

Als Buddhist sage ich: Unser aller Zug fährt zur Quelle zurück.

Und wo ist die ?

Im Nirvana. Dort ist man frei von allem verlangen.

Wonach verlangen Sie im Heute?

Weiter Bücher zu schreiben, zu komponieren, Alben heraus zu bringen.

Und endlich die Steuerschulden vom Hals zu haben?

Die sind längst abgezahlt, nur die Versäumniszuschläge noch nicht. Die betragen um die 60.000 Euro.

Haben Sie es bereut, Millionen von Mark verschleudert zu haben?

Überhaupt nicht.

Warum?

Das war nötig und wichtig. Das hat Spaß gemacht. Im Scherz hab' ich mal gesagt, wenn ich wieder 20 Millionen verdienen würde, dann könnte ich die wieder zum Fenster rauswerfen.

Zu Ihren besten Zeiten strömten Tausende Leute in Ihre Konzerte und heute kommen gerade mal 200.

Das Höchste waren 30.000. Ich habe gern auch weniger.

Glaube ich nicht.

Doch. Bei einer Veranstaltung waren einmal nur 50 oder 60 geladenen Gäste da. Das hat mir Spaß gemacht.

Weil Sie nicht ausgebuht worden sind.

Ich habe über meine Bücher gesprochen und ein paar Lieder gesungen. Alle waren begeistert.

Kommt nach Ronneburg Ihr Leibwächter mit?

Ich weiß gar nicht, ob er Zeit hat. Er ist in Berlin. Mal sehen.

Zum Beschützen brauchen Sie ihn also nicht?

Ach nö.

Sind Sie noch mit Jenna zusammen?

Ich will noch erwähnen, dass demnächst mein neustes Buch "Der wahre Bankenschwindel" herauskommt. Da ist Günter Oggers "Nieten in Nadelstreifen" Peanuts.

Über Banken haben schon viele Autoren philosophiert. Was ist bei Ihnen das Sensationelle?

Der wahre Schwindel findet dort statt, wo wir ihn gar nicht vermuten - beim Drucken des Geldes. Eine Milliarde Euro zu drucken kostet nur 5000 Euro.

Woher wollen Sie das wissen?

Von pensionierten Bankern. Und weil ich mich ein Leben lang damit beschäftigt habe.

Bleiben wir beim Geld. Was ist nun mit Jenna, die Sie für eine halbe Million an den Bochumer Michael Leicher verhökert haben?

Das war ein Scherz. Neben uns saß einer von der Bild-Zeitung, und so entstand die überzogene Story. Ich wohne mit Jenna in Baden-Baden.

Das Gespräch führte Ilona Berger.

nach oben

Lied für den Grand Prix ist schon fertig

Schlagersänger und Buchautor Christian Anders morgen in Ronneburg/ TLZ verlost Freikarten

Ronneburg: "Eine Legende kehrt zurück!" heißt es am Samstag, 29. Juni, im Schützenhaus Ronneburg. Ab 20 Uhr will Christian Anders mit alten und neuen Schlagern seine alten und neuen Fans begeistern. Zugleich bringt der 57-jährige gebürtige Österreicher auch seine Bücher mit. Vorab beantwortete der Buchautor und Schlagersänger, dessen Karriere 1969 mit dem Titel "Geh nicht vorbei" begann, der TLZ ein paar Fragen.

Herr Anders, woher sind Sie zurückgekehrt?

Aus Amerika, wo ich ca. 12 Jahre gelebt und mich sehr gründlich mit den esoterischen Wissenschaften und dem Buddhismus beschäftigt habe.

Sie wollen wieder ins Musikgeschäft einsteigen?

Ich bin schon drin. Meine CD "Der Tag an dem die Erde still stand", eine Love-Story im Schatten der World Trade Center Tragödie, ist im März erschienen und hat sich im Mai in den Schlager Top 20 platziert.

Denken Sie an weitere musikalische Projekte?

Durchaus. Ich arbeite weiterhin an meinem Musical "Die Berliner Mauer".

Und eine Grand Prix Teilnahme scheint, wie wir hörten, auch nicht mehr ausgeschlossen? Wieso kommt Ihnen dieser Gedanke jetzt, nach über 30 Jahren im Showgeschäft?

Wissen Sie, es ist nicht mehr mit anzusehen bzw. anzuhören, was sich dort abspielt. Ich möchte versuchen, die Ehre der Deutschen zu retten. Ich glaube, mit meinem Lied "Der Tag, an dem die Erde still stand" hätte ich gute Chancen gehabt.

Da werden Sie aber ein neues Lied schreiben müssen?

Ist schon fertig. Bis das aber veröffentlicht werden kann, beschäftige ich mich weiter mit meinen Büchern. Ich setze mich in ihnen intensiv mit dem auseinander, was auf der Welt passiert. Ich schreibe über esoterische Wissenschaften, Buddhismus, Aids und den ganzen Euro-Schwindel. Für März 2003 habe ich schon die Leipziger Buchmesse eingeplant.

nach oben

 

Hallo Gera zum Sonntag, am 08.06.02

Christian Anders kommt auch nach Ronneburg

Alte und neue Schlager im Schützenhaus


Hallo Gera: Wie wir hörten, stehen Sie wieder mit beiden Beinen im Musikgeschäft?

Christian Anders: Ja, meine neue CD "Der Tag an dem die Erde still stand" ist in den letzten Wochen in die Musikgeschäfte gekommen und ist im Mai von Null auf Platz 9 in die Schlager Top 20 von media control eingestiegen.

Hallo Gera: Herzlichen Glückwunsch. Wie erklären Sie sich diese Resonanz?

Christian Anders: Das Lied ist eine Love-Story im Schatten der World Trade Center Tragödie. Die Nachricht, dass Menschen aus den Flugzeugen, die den Tod bereits vor Augen hatten, noch mit denen, die sie liebten, per Handy telefoniert haben, hat mich schon berührt. Es ist also nicht ein Liebenslied schlechthin, sondern es hat einen ganz konkreten Hintergrund.

Hallo Gera: Diese Tragödie ereignete sich im September: Wie kommt es, dass Ihre CD erst am März 2002 erschien?

Christian Anders: Ich war tatsächlich einer der ersten, die das Thema verarbeitet haben. Sehen Sie, ein Künstler ist auch ein Spiegel seiner Zeit, solche Ereignisse dürfen ganz einfach nicht spurlos an einem vorbeigehen. Das Problem war ein anderes. Der 11. September ist ein heikles Thema, und deshalb hatten viele große Firmen Angst, das Lied zu übernehmen. Wir nennen es deshalb auch "Das Lied, das keiner haben wollte".

Hallo Gera: Aber nun ist es da, und wie wir hörten, singen Sie es nicht allein.

Christian Anders: Das ist richtig. Ich singe es im Duett mit meiner Freundin Jenna - was bietet sich bei einer Lovestory mehr an?

Hallo Gera: Werden Sie denn in Ronneburg auch dieses Lied singen?

Christian Anders: Aber natürlich. Und ich werde nicht nur meine Lieder mitbringen, sondern auch meine Bücher.

Hallo Gera: Sie waren in diesem Jahr bereits in Südthüringen. Wie hat es Ihnen gefallen?

Christian Anders: Großartig. Ich habe mich von der Gastfreundschaft der Thüringer überzeugen können und freue mich schon auf Ronneburg.

nach oben

 

Fränkische Nachrichten, vom 16.11.01

"Der Tag, an dem die Erde still stand" - Das Lied, das keiner haben will

Christian Anders und sein Problem, eine große Plattenfirma zu finden

Von Sabine Küssner

 

Die Situation kennt er gut. Er hat ein neues Lied produziert, ein gutes Gefühl im Bauch, aber keiner will es haben. Das war schon bei "Geh nicht vorbei" so. Dennoch entwickelte sich der Song zum Millionenseller. Jetzt hat Christian Anders ein neues Lied geschrieben, wieder ganz im Stil seiner früheren Balladen. Doch er findet keine große Plattenfirma. "Die Unternehmen haben Angst, weil es um ein heikles Thema geht", sagte der Sänger gestern im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. "Der Tag, an dem die Erde still stand" dreht sich um den Anschlag auf das World Trade Center.

FN: Christian, nach unserem letzten Interview riefen verschiedene Leser an, die im Plattenladen vergeblich nach ihrer neuen CD "Der Tag, an dem die Erde still stand" gesucht hatten. Was ist passiert?

Anders: Ich habe bis jetzt noch keine große Plattenfirma gefunden. Nur kleinere Labels interessieren sich dafür.

FN: Wo liegt der Grund?

Anders: Die großen Unternehmen haben Angst. Die CD hat eben mal mit dem 11. September zu tun und behandelt ein heikles Thema. Wegen der Aktualität kann man sich das Lied jedoch auf meiner Internetseite www.christiananders.net herunterladen. Eine Mark geht jeweils an die Opfer der Terrorkatastrophe.

FN: Was ist das für ein Gefühl, eine neue Platte produziert zu haben, die keine große Firma haben will?

Anders: Ich kenne diese Gefühl sehr gut. Die beiden Labels Koch und Dea, die es bisher abgelehnt haben, sagen, es sei meine beste Produktion seit "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo". Aber sie haben einfach Angst. Das ist wieder ganz genauso wie bei "Geh nicht vorbei".

FN: Das war doch einer ihrer größten Hits.

Anders: Ja, aber es war vielen Firmen zu lang. Sogar Dieter Thomas Heck gab diesem Lied keine Chance. Es war ihm zu schmalzig. Und dann wurde es 1,5 Millionen mal verkauft. Unter dieser Prämisse sieht es ja ganz nach einem Erfolg für "Der Tag, an dem die Erde still stand" aus. Das ist besser so, als wenn die ganze Welt sagt: Das ist toll!, und dann wird es nichts.

FN: Was planen Sie als nächstes?

Anders: Narürlich suche ich weiterhin eine Plattenfirma für mein Lied.. Dann arbeite ich an meinem Musical "Die Mauer" weiter. Eines meiner Bücher "Der Brief" wird jetzt neu veröffentlicht. Es stand einst auf der Bestsellerliste des "stern" und kam damals zusammen mit meinem gleichnamigen Lied heraus.

FN: Haben Sie nach der Katatrophe auch einen größeren Anstrum auf ihre anderen Bücher erfahren?

Anders: Ja. Auch wegen der Zeichnung meiner Vorahnung auf den World Trade Center Anschlag schauen die Leute noch mehr in meine Werke hinein. Meine Bücher, auch die englischen, sind alle in der amazon-Bestsellerliste vertreten. Nicht ganz vorne zwar, aber immerhin. Wie sagt Boris Becker so schön: Ich bin drin!

nach oben


Fränkische Nachrichten, vom 02.10.01

"Es ist gar nicht so schlecht, wenn man unterschätzt wird"

Der Sänger und überzeugte Buddhist kann damit leben, dass er oft nicht ernst genommen wird, Einheit der Religion als Gebot der Stunde.

Von Sabine Küssner

 

Die drei Punkte verheißen nichts Gutes. "In einer nahen Zukunft..." steht über dem Bild. Es zeigt ein Szenario, wie es vor wenigen Wochen noch unvorstellbar war. Das World Trade Center wird von einem Dämon angegriffen, auf den Straßen herrscht Chaos, Menschen laufen schreiend davon. Die Illustration stammt aus dem Buch "Der Sinn des Lebens, Teil II", das Christian Anders im März 2000 veröffentlichte. Trotz dieser Vorahnung sagt der Sänger, der zum Buddhismus überwechselte und sich Lanoo nannte: "Ich bin kein großer Seher."

Solange keine Einheit zwischen den Religionen herrsche, gebe es auch keinen Frieden, meint der Mann, der eigentlich Antonio Schinzel heißt und mit dem Lied "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo" zur Legende wurde. Momentan steht er im Studio und nimmt "Der Tag, an dem die Erde stillstand" auf, ein Song, den er zu der Katastrophe in Amerika schrieb. Kürzlich zog er mit seiner Freundin von Berlin nach Baden-Baden. Die Beziehung zu ihr machte Schlagzeilen: er verkaufte Jenna angeblich an einen Millionär, um seine Schulden zu bezahlen. An dieser Geschichte ist jedoch nichts wahr, "beichtete" er im Gespräch mit den FRÄNKISCHEN NACHRICHTEN.

FN: Christian, Sie haben vorausgesagt, dass George W. Bush Präsident von Amerika wird - bevor er bekanntgab, dass er kandidiert-, und Sie sahen bereits im letzten Jahr den Terroranschlag auf das World Trade Center vorher. Haben Sie manchmal Angst vor sich selbst?

Anders: Nein. Es gibt eben Menschen, die sensitiver sind und so etwas in ihrer mentalen Aura sehen. Wenn man sich mit solchen Dingen befasst, sind die Abläufe der Zeit, wie Einstein auch schon in seinem Raumkontinuum bewies, anders. Da passieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Einem. Ich bin kein großer Seher. Jemand, der sich wirklich konzentriert, kann sich in der Meditation auf diese Ebene begeben. Jeder normale Mensch könnte sich da hintrainieren und in Träumen, aber auch in der Meditation, Dinge sehen, die geschehen werden..

FN: In den Augen vieler Menschen gelten Sie als Spinner.

Anders: Ach, wissen Sie, meine spirituelle Lehrerin hat prophezeit, dass meine Bücher erst in einhundert, zweihundert Jahren richtig akzeptiert werden.. Das ist jetzt nur so eine Art Vorarbeit. Es ist gar nicht so schlecht, wenn man unterschätzt wird. Und so kann ich mir den Satz von George Bush nur aneignen: It makes the victory easier. Wenn man unterschätzt wird, macht das den Sieg leichter. Schon in meinem Buch "Der Mann, der AIDS erschuf" warnte ich zum Beispiel vor bakteriologischen Kriegen. Wenn man nur von Wenigen ernst genommen wird, ist es auch leichter, unbequeme, gefährliche Theorien zu verbreiten.

FN: Wie erklären Sie sich diesen Hass, den die Terroristen empfunden haben müssen?

Anders: Das ist nationales Karma.- Juden, Christen und Moslems sind in der Geschichte schon mehrmals auf einander losgegangen. Ohne die Erklärung von Karma kann man das gar nicht verstehen. Liebe und Hass sind immer da, Leben für Leben. Und man trifft sich wieder in Liebe und in Hass. Diese zwei großen Bindungen verursachen die Reinkarnation - sei es von einem einzigen Menschen oder von einem ganzen Volk. Der Täter wird zum Opfer, das Opfer zum Täter. Und deshalb: so lange es keine Einheit zwischen den Religionen gibt, haben wir keinen Frieden auf Erden. Neue Gesetze allein greifen da nicht. Es muss eine Botschaft geben, die Religion und Wissenschaft vereint. Und diese Botschaft enthülle ich in meinen beiden Büchern "Der Sinn des Lebens, Teil I und II". In meinem Buch "God" steht: Ihr habt alle recht, wenn ihr die Essenz eurer Schriften versteht und nicht alles darin wörtlich nehmt.

FN: In den letzten Monaten standen Sie mehr wegen Ihres Privatlebens als wegen neuer Hits in den Schlagzeilen. Haben Sie es schon einmal bereut, die Beziehung zu Ihrer Freundin so öffentlich gemacht zu haben?

Anders: Das war eine verrückte Idee. Da gibt es ja diesen Film mit Robert Redford, "Ein unmoralisches Angebot", und daraus machte der Mann von der Bild-Zeitung einen Riesenartikel. Aber an dieser Geschichte ist nichts dran, gar nichts. Jenna ist genauso wenig käuflich wie ich - mit einer Einschränkung: Mich kann man für Auftritte haben.

FN: Was würden Sie nie machen - nicht für alles Geld der Welt?

Anders: Etwas, von dem ich nicht überzeugt bin.

FN: Sie treten einmal in der Woche in einem Hotel in Mallorca auf, produzieren gerade eine neue Platte. Wird aus Lanoo wieder Christian Anders?

Anders: In mir wohnen Christian Anders, Lanoo, Antonio Schinzel und viele andere. Man kann mich nicht mit Begriffen einstufen. Ich bin auch kein Schlagersänger. Der Hörer muss sich selbst aussuchen, was ich für ihn bin. Ein Künstler ist immer auch ein Spiegel seiner Zeit. Deshalb schrieb ich jetzt das Lied "Der Tag, an dem die Erde stillstand".

FN: Wer ist Christian Anders eigentlich wirklich?

Wer und was wir wirklich sind, ist unerkennbar. Man kann sich selbst nicht beschreiben und auch nicht finden. Was man beschreiben kann, ist das, was man nicht ist. Alles ist der Veränderung unterworfen. Zum wirklichen Selbst kommt man nicht, indem man es findet, sondern indem man das loslässt, was man essentiell nicht ist. Die ganze New-Age-Philosophie, mit der Milliarden von Mark gemacht werden, ist ein einziger großer Schwindel. Sas Selbst kann nicht gefunden werden. Es ist nämlich das, was sucht.

nach oben

 

Ein Interview mit der Verlegerin Elke Straube

Wo bist Du aufgewachsen? Wie -- wenn überhaupt -- haben Orte und Heimat Dein Schreiben gefärbt?

L.: Aufgewachsen bin ich in Sardinien. Orte haben mein Schreiben aber weniger gefärbt; es war vielmehr die Literatur, die mich in dieser Hinsicht beeinflusst hat.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

L.: Geschrieben habe ich schon als Kind. Ich wollte damals schon immer etwas sagen, aber keiner hat mir zugehört - da habe ich es aufgeschrieben. Zu diesem Zweck beherrschte ich damals sogar eine Runenschrift, die ich aber wieder verlernt habe.

Wer oder was hat Dein Schreiben am meisten beeinflusst? Inwiefern? Welche Bücher haben Dich am stärksten beeindruckt?

L.: Das sind vor allem die griechischen Sagen, Henry Miller, Bukowski, Hermann Hesse und bis zu einem gewissen Grade auch Schopenhauer. Natürlich gehören auch Donald und Dagobert Duck zu meinen Kindheitserinnerungen. Viel später im Leben kamen dann die Bücher meiner Lehrerin Beatrice Flemming dazu, ebenso Helena Petrovna Blavatsky und Dr. Georg Grimm. Und ganz stark beeindruckt hat mich natürlich auch der Buddha selbst, obwohl der nie etwas geschrieben hat.

Welches Buch liegt gerade auf Deinem Nachttisch?

L.: Es gibt keinen Nachttisch, da ich gerade umziehe.

Hast Du einige Bücher, die Deinen Lesern eine andere Seite von Dir zeigen? Was ist beispielsweise Dein Lieblingsroman, welche Bücher würdest Du auf die berühmte einsame Insel mitnehmen?

L.: Außer meinen eigenen würde ich "DIE LEHRE DES BUDDHO" von Dr. Georg Grimm" mitnehmen. Dann hätte ich alles, was ich brauche.

Mal eine private Frage: Welche Musik hörst Du zum Schreiben oder in Deiner Freizeit?

L.: Zum Schreiben überhaupt keine; in der Freizeit kaum, höchstens etwas Klassik. Ansonsten liebe ich die Stille. Wenn man beruflich mit Musik zu tun hat, sieht man das aus einer anderen Perspektive. Man möchte dann irgendwann nichts mehr davon hören.

Woran arbeitest Du derzeit?

L.: Ich arbeite an meinem Buch über Meditation und am Drehbuch zu meinem Musical "Die Berliner Mauer".

Und jetzt kannst Du noch einmal ganz Autor sein: Hier kannst Du Deinen Lesern schreiben, wonach ich Dich nicht gefragt habe.

L.: Lest meine Bücher. LEST SIE!!!

 (Das Interview führte die Verlegerin Elke Straube)

nach oben

 

Die Aachener Nachrichten veröffentlichten am 23. Dezember 2000 das folgende Interview:

Nachrichten: Bist du heute wieder mehr der Christian Anders als der erleuchtete Esoteriker LANOO?

Anders: Ja, ein wenig bin ich wieder mehr Christian Anders. Aber ich stehe genauso hinter LANOO. Früher war das extremer, heute suche ich mehr den Mittelweg. Ich bin immer noch der esoterischen Wissenschaft verschrieben, ich glaube an meine Bücher. Zum Beispiel "Der Sinn des Lebens - Nirvana" und "Deva - die Ankunft eines Engels".

Nachrichten: Gehen dir eigentlich die Sachen von damals, der nie ankommende "Zug nach nirgendwo" heute auf den Wecker?

Anders: Nein, wirklich nicht. Ich war 12 Jahre in Amerika. Da habe ich gar nichts von mir gehört.

Nachrichten: Du hast in deiner Jugend in Garmisch-Partenkirchen gelebt. In Bayern war ein Schlagerwettbewerb sichere Beute für dich . Wie ging das?

Anders: Ich hieß dort in der Szene "Al Martini". Weil es als ersten Preis bei den Wettbewerben immer eine Riesenflasche Martini gab. Die wollte ich haben.

Nachrichten: Wie ist deine heutige Sicht der Dinge?

Anders: Es kann keinen Frieden geben, wenn die Religionen keinen Frieden schließen. Das könnten sie ruhig, denn im Prinzip lehren sie alle dasselbe. Auf www.amazon.de findest du alle meine Bücher, "Das Geheimnis der sieben Siegel" zum Beispiel. Es geht um die Apokalypse und um bestimmte Regionen des Körpers, um ihre Symbolik, die sich eröffnet, so wie man aus bestimmten Bereichen des Leibes Schubladen mit einer speziellen Bedeutung zieht.

Nachrichten: Bist du bei der Suche nach dem Sinn etwa fündig geworden?

Anders: Das größte Kunstwerk ist immer noch die Stille. Und: Die Wahrheit liegt in der Kunst des Loslassens - von allem. Wenigstens einen Mittelweg muss man finden. Eine halbe Stunde sollte jeder täglich meditieren, sich abwenden von der Welt, das Loslassen üben. Wer klammert, wer immer nur festhält, der kann nicht weiterkommen. Sterben ist auch Loslassen, den Körper eben. Und dann hat der Mensch immer zwei Optionen: Die Wiedergeburt, die Reinkarnation - oder den ganzen Schlammassel in Richtung Nirvana verlassen. Das sollte man in den Schulen lehren. Alles ist von dir erzeugt, alles kommt zurück. Ein Lächeln kommt zurück, sicher.

Nachrichten: Wie feierst du Weihnachten?

Anders: Ich bin Buddhist, aber ich achte andere Religionen; wahrscheinlich gehe ich Weihnachten mit Jenna essen. Sonst lege ich mich nicht fest.

(Das Gespräch führte Nachrichten-Mitarbeiter Wolfgang Schuhmacher.)

nach oben

 

Ein weiteres Interview bei www.schlagerinfo.de