Rezension von Ralf Preusker

Rezension von Ralf Preusker(http://www.beautiful-freak-arts.com):

zu "DER RUB€L MUSS ROLLEN" von Lanoo / Christian Anders

Auf dem mit Heilslehren und Belehrtexten überschwemmten Buchmarkt ist es immer wieder ein gutes und erlösendes Gefühl, wenn eine seltene Ausnahme ins Auge sticht: Ein radikales, informierendes und dabei nicht zwanghaft belehrendes Buch. Eine dieser wenigen Ausnahmen ist sicherlich "Der Rub€l muss rollen" von Christian Anders. Kein anderer Autor hat sich bislang mit dem Geld und er dahinter stehenden Politik in solcher Weise beschäftigt. Wir schleppen die Scheine und Münzen in unseren Taschen umher, ohne überhaupt zu wissen, was hinter Papier und Metall so alles steckt. Wir spüren lediglich, wenn es uns ausgeht. Christian Anders - ein sehr gut informierter Autor, der weiß, von was er schreibt - zeigt uns neben der Geschichte der Geldpolitik auch die vielen Haken dieses Systems auf. Anders hat akribisch recherchiert. Er kritisiert die Zinspolitik aufs Schärfste; er analysiert den aufgezwungenen "Heilsbringer" Euro und zeigt uns die gnadenlosen Machenschaften der Banken auf, die ja eigentlich von uns leben und nicht wir von ihnen. Die Idee vom zinsfreien, umlaufgesicherten Währungssystem ist keine Utopie: Die meisten Probleme haben einfache Lösungen.
Sicherlich ist das Buch keine einfache Kost für den Leseabend im trauten Bettchen. Dennoch sollte es gelesen werden, denn auch ein Buch auf "Raten" kann das Bewusstsein erweitern - zwar langsamer, aber dafür sicherer. Trotz der Wut über den Inhalt des Stoffes macht dieses Werk Mut und Hoffnung, denn es gibt Wege aus der Misere. Vielleicht wird es dereinst einer der hohen Herren verstehen und umsetzen.

Keine seiner Thesen bleibt ohne Beweisführung und ohne einleuchtende Beispiele aus Politik und dem sogenannten "wahren Leben". Dennoch ist der Autor kein (Be-)Lehrer; stattdessen ist er ein Aufklärer, ein Deuter und ein ideenreicher Autor. Seine niedergeschriebene Philosophie zeigt neue Wege auf, die nicht in irgendwelchen utopischen Gefilden zuhause sind. Seine Ideen sind einfach zu verstehen, ja, so leicht, dass es sicherlich auch die Machthaber und Besserwisser und Gleichgültigkeitsfanatiker verstehen und sogar auch umsetzen können.
Wunderbar ist das im Appendix abgedruckte Gedicht "Der Hai" - ein genialer tucholskyesker Text - schräg, witzig, skurril und dennoch sehr nahe an der Realität.

Ich wünsche (und hoffe von) Christian Anders noch viel mehr solche, von ihm ausgeteilte Schläge, ins Gesicht der deutschen (oder weltweiten?) Trägheit!

Lest, Leute, lest...!

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Eine Sammlung der Kolumnen von Christian Anders finden Sie in seinem neusten Buch "Literarischer Rebell".

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